Bis zum schiefen Turm …

Aktivreise im Rückblick: Mit dem Fahrrad durch Ostfriesland – das war wunderschön

Steigerungen im täglichen Leben gibt es immer. Die ostfriesische Radlertruppe mit Standort Aurich war am ersten Tag hart im Nehmen. Regen, starker Wind aus allen Richtungen und ein bisschen Sonne wechselten sich ab. Der Tagesplan von 60 Kilometern wurde von den SZLZ-Leserreisenden trotzdem eingehalten. Chapeau!

Aurich / Ostfriesland. Auf dieser Tour und auch an den folgenden Tagen waren schöne gepflegte ländliche Anwesen, kleine Seen, Moore und alte Torfabbau-Gebiete zu sehen. Die vielen Kanäle und Klappbrücken, die die Gegend durchzogen, prägen das Bild Ostfrieslands. Die Tour führte zum Upstalsboom-Denkmal. Eine Versammlungsstätte der Landesgemeinden. Hier wurde schon im Jahre 800 über das Recht und die Freiheit von Friesland beschworen.

Viel Spaß machte das Übersetzen eines Kanals am Großen Meer. Mit der eigenhändig zu bedienenden Kurbelfähre überquerten die Reiseteilnehmer das Fehntjer Tief. Beeindruckend: der schiefste Kirchturm der Welt – er steht in Suurhusen. Im 13. Jahrhundert erbaut, um 1450 verstärkt hat er heute einen Neigungswinkel von 5,2 Grad. Zum Vergleich: Der schiefe Turm von Pisa kommt auf 4 Grad. Ein typischer Klinkerbau. Der Eintrag im Guinness-Buch besteht heute noch.

Emden hieß das nächste Ziel. Die größte Stadt Ostfrieslands liegt nur einen Meter über dem Meeresspiegel mit einer schönen Altstadt und Hafen. Interessant die alte Kesselschleuse von 1887. Hier führten vier Kanäle zu einem runden Schleusenbecken mit 33 Meter Durchmesser zusammen.

Sakralbauten und kleine hübsche Häuschen

Am nächsten Tag die nächsten Höhepunkte: Über die alte Schleuse Rahesterverlaat radelte die Gruppe zur Klosterstätte Ihlow aus dem Jahre 1228. Eine sogenannte Imagination eines Zisterzienserklosters aus Stahl und Holz. Fast 45 Meter hoch, steinerne Säulen mit neuzeitlichen Klinkern und originalen, integrierten Klinker sollen die Dimensionen dieses mittelalterlichen Sakralbaus aufzeigen. Auch die Mühle Steenblock gehörte zur Tagesroute. Und nicht zu vergessen: das Ottermeer bei Wiesmoor sowie das Torf- und Siedlungsmuseum mit einer Tee-Zeremonie.

Strahlender Sonnenschein, Ostfriesland traumhaft schön: Dass die Gruppe aus dem Schaumburger Land die flachen Wege mühelos bewältigte, war klar. Wege, die auch nach Marienhofe zum Störtebeker-Denkmal und der Kirche, die ihm mehrere Jahre Asyl gewährte, führten. Zwischenzeitlich heiratete er die Tochter des Gebietsfürsten, um die Verfolgung durch den Hansebund zu entgehen. Leider hat das nicht so richtig geklappt, er und seine Mannen wurden in Hamburg geköpft.

Geköpft wurde auch manche Flasche im Vier-Sterne-Hotel am Schloss in Aurich. Eine gute Basis für diese Aktivreise mit ihren vielen, großartigen Zielen. In der SZLZ-Truppe nur fröhliche Gesichter: Alle sind schon neugierig, welche Ziele im kommenden Jahr angesteuert werden.

Datum:

Autor:

Bild von Jens-Peter Steuer
Jens-Peter Steuer
Freier Mitarbeiter bei der SZ/LZ

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