Bregenz. Selbstverständlich war für die meisten Teilnehmer der Besuch der Bregenzer Festspiele das Nonplusultra dieser Reise, denn längst haben sie sich zu einem absoluten Hit entwickelt und zählten zur Halbzeit ihres 80-jährigen Bestehens bereits 133.000 Besucher. Knapp 7000 Plätze bietet die Freiluftarena vor dem herrlichen Panorama des Bodensees. Nicht nur das macht Veranstaltungen auf der weltgrößten Seebühne zu einem ganz besonderen Erlebnis, so auch für die Gäste aus dem Weserbergland und Schaumburger Land. Vielmehr sorgt Bregenz mit jeder Inszenierung, mit hochkarätiger Besetzung und furiosem Bühnenbild für Furore. So auch bei La Traviata. Das Bühnenbild für Giuseppe Verdis Meisterwerk über den Abstieg einer „Kurtisane“ stammt vom italienischen Bühnenbildner Paolo Fantin. Ein rund 300 Tonnen schwerer und knapp 700 Quadratmeter großer, zerbrochener Riesenspiegel aus 86 flexiblen Splittern soll die innere Zerrissenheit der von Stacey Alleaume gespielten und gesungenen Hauptfigur Violetta Valéry symbolisieren. Die australische Sopranistin steht für die außergewöhnliche Starbesetzung von La Traviata. Und auch sonst glänzt die Oper mit klangvollen Namen. So führt Damiano Michieletto Regie, und dazu dirigiert Kirill Karabits die Wiener Symphoniker.
Die Mixtur stimmte an diesem Abend. Obwohl sich die Begeisterung auf den Rängen lange in Grenzen hielt, es war das erhoffte Erlebnis. Umso mehr, weil das aufregende Seebühnenspektakel von weitaus ruhigeren und ganz im Kontrast stehenden Passagen dieser Leserreise geprägt war: Die Schiffstour auf dem Bodensee von Bregenz zur Insel Mainau, der mediterranen 45 Hektar großen Oase. Hier öffnet sich ein Paradies der besonderen Art für Gartenfreunde – mit viel Liebe angelegt und von 200 Mitarbeitern ständig gepflegt. Ganz anders Highlight Nummer drei dieser Leserreise: Mit dem Bus aus dem hervorragenden „Standquartier“, dem Hotel Weißes Kreuz in Feldkirch, über Julier- und Bernina-Pass ins italiensche Tirano und dann im „langsamsten Schnellzug der Welt“ zurück.